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ELF am Abgrund: Insolvenzverfahren eingeleitet, Teams verlassen Football-Liga

Hamburg – Die Zukunft der European League of Football (ELF) steht möglicherweise vor dem endgültigen Aus. Bereits Mitte 2025 gab es Berichte über Zahlungsprobleme, Vollstreckungsbescheide und Kontopfändungen. Nun verschärft sich die Lage: Am Montag wurde beim Amtsgericht Hamburg offiziell das Insolvenzverfahren eröffnet.

Über das weitere Schicksal der ELF entscheidet nun niemand aus den Reihen der Teams, Geschäftsführern oder Football-Experten, sondern ein gerichtlich bestellter Insolvenzverwalter.

Die Liga erlangte vor allem durch den TV-Kommentator Patrick Esume (52) Bekanntheit als europäisches Sportprojekt.

Am Ende der letzten Saison trat Esume als Commissioner zurück. Selbst beim Finalspiel, bei dem die Stuttgart Surge den Titel gewannen, war er nicht mehr anwesend.

Schon seit Wochen und Monaten kursierten Berichte über Konflikte zwischen der Ligaleitung und den Teams sowie innerverbandliche Streitigkeiten unter den Führungskräften.

Im Mittelpunkt standen immer wieder Anschuldigungen von verschiedenen Seiten, dass finanzielle Mittel nicht wie vereinbart ausgezahlt worden seien.

Der Konflikt spitzte sich so zu, dass zahlreiche Teams öffentlich und mit großer Reichweite bekannt gaben, die ELF verlassen zu wollen. Die Liga pochte hingegen auf vermeintliche vertragliche Verpflichtungen der Vereine, an der Saison teilzunehmen.

Daraufhin gründeten die Teams zwei eigene Ligen, die einen besseren Ablauf versprechen: die European Football Alliance (EFA) und die American Football League Europe (AFLE).

Beide Organisationen planen, in diesem Jahr ihre erste Spielzeit zu starten. Während der fünf Jahre ihres Bestehens geriet die ELF mehrfach in finanzielle Schwierigkeiten, sodass einige Teams zeitweise den Spielbetrieb einstellen mussten.

Zuletzt betraf dies den aktuellen Meister Stuttgart Surge, der nach dem Titelgewinn bekannt gab, nicht mehr in der Lage zu sein, unter den wirtschaftlichen Bedingungen der ELF zu spielen.

Eine Gläubigerversammlung ist für den 23. Juni angesetzt. Eine Entscheidung über die Zukunft der Liga wird jedoch bereits früher erwartet.